Erstmal danke für deine lange Antwort! Hier kommt meine:
Es gibt keine wahren Demokraten (wer hat überhaupt darüber die Deutungshoheit?)
Der gesellschaftliche Konsens laut dir oder? Und wenn die Masse sagt wir sind Demokraten, dann sind wir auch welche? ;)
Spaß beiseite. Die Frage war natürlich bewusst so formuliert, weil Demokratie ein Kampfbegriff ist, der unterschiedlichen Zwecken dienen kann und bewusst auch oft sehr unterschiedlich interpretiert wird.
Leute die den Staat abschaffen wollen würden vllt behaupten, dass es wahre Demokratie nur ohne den Staat geben kann.. während liberalere Positionen den Rechtsstaat als Notwendigkeit zum Erhalt der Demokratie erachten.
Wie wird man ein_e Demokrat_in?
Ich würde sagen, indem man sich demokratische Vorgänge anschaut und sagt: "ja, daran partizipiere ich jetzt auch"
Pragmatischer Ansatz. Aber auch ein bisschen tautologisch à la: Demokrat_in ist, wer an demokratischen Prozessen wohlwollend partizipiert. Trotzdem hebst du einen wichtigen Punkt gut hervor: Partizipation. Fehlen vllt noch Fairness, (Meinungs)freiheit und Verantwortung der Vertreter_innen.
Wenn allerdings die gewählten Vertreter sich nur haben wählen lassen, um das System zu unterminieren, dann sind das keine Vertreter.
Und wie entscheidet man, dass dieser Status erreicht ist? Per Gericht? Selbstjustiz? Bürgerentscheid?
Gegenüber Positionen braucht es keine Toleranz. Gegenüber dem Menschen dahinter schon, denn diese sollten sich in der idealen Demokratie aus mehr als nur einer Position bestimmen.
Es braucht Toleranz gegenüber Positionen, welche die demokratische Wertebasis bilden (z.b. friedliche, gemeinschaftliche, gleichbestimmte Koexistenz). Und Intoleranz gegenüber toxischen Positionen Rassimus etcetc. Ohne eine gemeinsame Wertebasis gibt es keine Demokratie in keiner Gruppe.
diese Fragen (die ich ziemlich suggestiv finde),
Wer nicht-suggestiv Fragen stellen kann, werfe den ersten Stein.
...zielen auf die Beantwortung mittels axiomatischer Allgemeingültigkeit ab. Das ist aber nicht der Fall in der Demokratie und kann daher nur in der Verstrickung von Widersprüchlichkeit enden.
Verstehe nicht ganz was du meinst, aber s.o. wenn es um die gemeinsame Wertebasis innerhalb einer Gesellschaft geht.
Man sieht das gut daran, dass in den Fragen das "wer" und "was" vermischt werden - einmal ist es der Mensch, dann wieder die Position. Beides wird idempotent behandelt, was aus meiner Sicht Quatsch ist.
Ich verstehe deinen Punkt, aber mmn kann man Position.. und Vertreter der Position nicht so sauber trennen, wie du das hier suggerierst. Auch wenn eine Person auf einer Positionen-Collage basiert, ändert das nichts an der Bedeutung der Teile. Man ist nicht nur XY, aber eben doch auch XY.
Ich kopier das mal hier rein aus meinem anderen Kommentar, weil ich die Antworten darauf interessant finde
Wie wird man ein_e Demokrat_in? Boxen 'wahre' Demokrat_innen rechte Politiker_innen (&wer hat die Deutungshoheit über was als rechts bezeichnet wird) oder supporten sie gewaltfreiheit gegenüber allen demokratisch gewählten Vertreter_innen?
Wie tolerant kann man gegenüber menschenfeindlichen Positionen sein, damit Demokratie funktioniert, wer definiert diese Positionen als solches und wer hat die Handlungsautorität dagegen? Es geht im Prinzip um das Toleranzparadoxon und die Opposition zwischen Selbstjustiz und Weimarer Zuständen vs Rechtsstaat regelt dingsbums.
Hannes hat in dem vorangehenden Kommentar behauptet hier will niemand rechte Politiker boxen und du würdest das eher wie Ich sehen oder? (Weil du es probably supportest). Damit wäre diese Frage beantwortet.
Ein anderer Kommentar fordert mehr Demokraten und spielt auf was ähnliches an wie du in deinem vorherigen Kommentar.
Lass mich mit ner Frage darauf antworten:
Wie wird man ein_e Demokrat_in? Boxen 'wahre' Demokrat_innen rechte Politiker_innen (&wer hat die Deutungshoheit über was als rechts bezeichnet wird) oder supporten sie gewaltfreiheit gegenüber allen demokratisch gewählten Vertreter_innen?
Wie tolerant kann man gegenüber menschenfeindlichen Positionen sein, damit Demokratie funktioniert, wer definiert diese Positionen als solches und wer hat die Handlungsautorität dagegen? Es geht im Prinzip um das Toleranzparadoxon und die Opposition zwischen Selbstjustiz und Weimarer Zuständen vs Rechtsstaat regelt dingsbums.
Wenn es von "Nazis boxen" zu "AfD boxen" nicht weit ist, liegt das vielleicht daran, dass der Weg zwischen Nazis und AfD nicht weit ist.
Äh Dings ich hab nie was anderes behauptet. Aber wenn dann Leute hier so tun, als würde niemand hier supporten, dass die AFD und ihre Politiker*innen geboxt wird.. dann ist das für mich delusional.
Klar, aber das ist halt immer ne Auslegungssache der Täter*innen was 'friedliches' Verhalten seitens der Politik ist.
Dorsten wurde ja auch im Sommer angegangen, als sein Kind dabei war, weil er angeblich Menschenleben auf dem Gewissen hat. Der hat Glück gehabt, dass er nur verbal angegangen wurde von den Spinnern. Fakt und Fiktion liegen nunmal recht nah beinander heutzutage.
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Netter rethorischer Trick um dein Argument zu untermauern :D Von exzessiv feiern war nie die Rede